Technologie treibt Welthandel trotz Zölle an
Der Ausbau von Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) hat dem Welthandel einen starken Schub verliehen. Dies zeigt die neueste Ausgabe des DHL Globalization Tracker, die in Zusammenarbeit mit der Stern School of Business der New York University erstellt wurde. Der Bericht analysiert internationale Ströme von Handel, Kapital, Information und Personen und basiert auf über 30 Millionen Datenpunkten.
Wachstum im Warenhandel
Im ersten Halbjahr 2026 wuchs der weltweite Warenhandel schneller als in jedem anderen Halbjahr der letzten 15 Jahre, abgesehen von der Covid-19-Zeit. Ein wesentlicher Treiber war die Nachfrage nach Gütern für den Aufbau von KI-Infrastruktur, wie Halbleiter und Technik für Datenübertragung. Diese Güter trugen 2025 zu 42% des Wachstums im Warenhandel bei, im ersten Quartal 2026 waren es sogar 76%.
Geopolitische Konflikte und Zölle
Der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus beeinträchtigten wichtige Handelsrouten, jedoch blieben die Auswirkungen regional begrenzt. US-Zölle erreichten den höchsten Stand seit Jahrzehnten, hatten aber aufgrund der begrenzten globalen Bedeutung der USA im Importsektor nur geringe Auswirkungen auf den Welthandel. Viele Länder verzichteten auf Vergeltungsmaßnahmen und suchten stattdessen neue Handelsabkommen.
Prognosen für den Welthandel
Die Prognosen für den weltweiten Warenhandel sind positiv. Bis 2029 wird ein durchschnittliches Wachstum von 3,4% pro Jahr erwartet, was über dem Durchschnitt der letzten Dekade von 2,7% liegt. Diese optimistische Einschätzung besteht trotz der jüngsten geopolitischen Schocks.
Regionale Handelsentwicklungen
Ostasien und Pazifik verzeichneten das stärkste Handelswachstum, mit einem Anstieg von 24% in den ersten fünf Monaten 2026. Europa folgte mit 12% und Subsahara-Afrika mit 11%. Ein größerer Anteil des Handels in Ostasien und Pazifik blieb innerhalb der Region, was auf starke asiatische Lieferketten zurückzuführen ist.
Entkopplung zwischen den USA und China
Der Handel zwischen den USA und China hat sich deutlich reduziert, ohne jedoch zu einer globalen Spaltung zu führen. Der Anteil des Handels zwischen beiden Ländern am Welthandel sank von 3,5% im Jahr 2015 auf 1,6% in den ersten fünf Monaten 2026. Die internationalen Unternehmensinvestitionen zwischen den beiden Ländern liegen unter 1%.
Globalisierung auf Rekordniveau
Der Globalisierungsgrad erreichte 2025 mit 25,8% einen neuen Rekordwert. Alle vier Kategorien von Strömen – Handel, Kapital, Information und Personen – trugen zu diesem Rekord bei. Informationsströme sind am stärksten globalisiert, gefolgt von Kapital- und Handelsströmen. Personenströme bleiben am wenigsten globalisiert.
Empfehlungen für Unternehmen
Der DHL Globalization Tracker empfiehlt Unternehmen, sich auf Krisen vorzubereiten, ohne die Vorteile internationaler Verbindungen aufzugeben. Die Widerstandsfähigkeit von Lieferketten sollte gegen die Vorteile globaler Reichweite abgewogen werden, um die Wettbewerbsposition nicht zu schwächen.
Titelbild: Symbolbild, KI-generiert.
Quelle: Pressemitteilung von DHL Group über presseportal.de

