Der Marburger Bund hat die Bundesregierung aufgefordert, die geplante Erhöhung der Prüfquoten des Medizinischen Dienstes (MD) und die Schwellenwerte bei Krankenhausrechnungen, die ab dem 1. Januar 2027 in Kraft treten sollen, zurückzunehmen. Laut einem Beschluss der 148. Hauptversammlung des Verbandes in Berlin sei das derzeitige Prüfquotenverfahren „weder praktikabel noch wirtschaftlich sinnvoll“.
Erhöhung der Prüfquoten und ihre Auswirkungen
Durch die Erhöhung der Prüfquoten müssten nach Schätzungen ein bis zwei Vollzeitkräfte pro Krankenhaus neu eingestellt werden, was insgesamt 1.500 bis 3.000 zusätzliche Arbeitskräfte in allen Krankenhäusern in Deutschland bedeuten würde. Dies würde die Arbeitszeit von Ärztinnen, Ärzten und Pflegenden weiter einschränken. „Operateure, behandelnde Ärzte und Pflegekräfte müssen Sachverhalte häufig Monate nach der Behandlung erläutern. Das medizinische Personal, das für diese zusätzlichen Prüfverfahren in den Krankenhäusern und beim MD gewonnen werden muss, fehlt in den Krankenhäusern für die Patientenversorgung“, so der Marburger Bund.
Wirtschaftlicher Gesamtnutzen in Frage gestellt
Der wirtschaftliche Gesamtnutzen des vorgesehenen Prüfregimes wird ebenfalls in Frage gestellt. Bereits ohne Berücksichtigung des Aufwands der Krankenhäuser wurden rund 36 Prozent der erzielten Rückzahlungen allein durch die Prüfbürokratie selbst wieder aufgezehrt. Der Marburger Bund plädiert stattdessen für ein geeignetes zertifiziertes Stichprobenverfahren, das den personellen Einsatz bei allen Beteiligten deutlich verringert. Solche mathematisch-statistische Stichprobenverfahren, wie das Monetary Unit Sampling (MUS) mit Hochrechnung auf die Grundgesamtheit, werden in der Wirtschaftsprüfung weltweit angewendet.
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