Pharmaindustrie warnt vor unzureichender Krisenfestigkeit im Gesundheitswesen

Auf der Gesundheitspolitischen Jahrestagung des FORUM-Instituts „Pharma Trends 2027“ äußerte sich Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI), besorgt über die aktuelle Lage des Gesundheitswesens. Er betonte, dass externe Schocks auf strukturelle Schwächen treffen und das System nicht krisenfest sei.

Externe Schocks und strukturelle Schwächen

Dr. Joachimsen führte verschiedene Faktoren an, die zur sogenannten „Polycrisis“ beitragen. Dazu gehören Handelskonflikte, eine zunehmende Abhängigkeit von Asien, fragile Lieferketten, Cyberattacken sowie Knappheiten und hohe Kosten bei Energie und Rohstoffen. Er kritisierte, dass es noch immer keine konsequente und entschlossene Politik gebe, die der Bedrohungslage angemessen sei. „Gesundheitspolitik ist Standortpolitik und muss in diesen Zeiten immer auch Teil der Sicherheitspolitik sein“, forderte Joachimsen.

Kritik an der aktuellen Politik

Joachimsen bemängelte, dass sowohl in Brüssel als auch in Berlin eine „Politik paradox“ betrieben werde. Der dringend notwendige Critical Medicines Act (CMA), der die Produktion in Europa stärken sollte, werde schon viel zu lange debattiert, ohne dass sich etwas geändert hätte. Gleichzeitig würden die Absichten des CMA durch andere Initiativen wie die Kommunale Abwasserrichtlinie (KARL) konterkariert. Auf Bundesebene werde die pharmazeutische Industrie trotz ihrer Schlüsselrolle weiterhin „zum Kostenfaktor degradiert und durch immer höhere Abschläge und immer mehr Rabattverträge geschwächt“.

Die Absicht des Bundesgesundheitsministeriums, die Regelversorgung im Zuge des Gesundheitssicherstellungsgesetzes krisenfest zu gestalten, begrüßte Joachimsen grundsätzlich. Er warnte jedoch davor, den Fokus nur auf den Krankenhausbereich zu legen, da auch bei Arzneimitteln die Regelversorgung nicht optimal funktioniere.

Original-Content von: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, übermittelt durch news aktuell

Foto: BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (Quelle: presseportal.de)

Quelle: ots-Pressemitteilung. Originalmeldung auf presseportal.de

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