Am Samstagmorgen endete in Eriwan die globale Biodiversitätskonferenz nach zweiwöchigen Verhandlungen mit wichtigen Vereinbarungen und Initiativen. Die 196 Vertragsparteien der UN-Biodiversitätskonvention bekräftigten ihr gemeinsames Engagement zur Umsetzung des Globalen Biodiversitätsrahmens von Kunming und Montreal. Sie riefen dazu auf, die Umsetzung des Rahmenwerks zu beschleunigen, insbesondere bei den Zielen mit den bisher geringsten Fortschritten.
Finanzierung und Schutzgebiete
Die erfassten Biodiversitätspläne zeigen ein großes Engagement für das 30×30-Ziel, das den Schutz von 30 Prozent der Land- und Meeresflächen bis 2030 vorsieht. Ein wichtiger Beschluss des Gipfels war die Anerkennung indigener und traditioneller Territorien als eigenständiges System zur Erreichung dieses Ziels.
Im Bereich der Finanzierung gab es bedeutende Ankündigungen. Die Niederlande sagten Mittel für die „Tropical Forest Forever Facility“ zu, um den globalen Tropenwaldschutz zu fördern. Zudem erreichte die Aufstockung für eine Naturschutzpartnerschaft in Afrika 390 Millionen US-Dollar durch Mittel der Bundesregierung und der KfW. Eine Allianz zur Rettung der am stärksten bedrohten Tier- und Pflanzenarten stellt über fünf Jahre 500 Millionen US-Dollar zur Verfügung.
Forderungen und Ausblick
Zentralbanken, multilaterale Entwicklungsbanken und Finanzministerien forderten, die biologische Vielfalt als strukturelle Grundlage der Volkswirtschaften und der Finanzmarktstabilität zu betrachten. Die Finanzierung der biologischen Vielfalt solle als Investition behandelt werden. Unklar blieb jedoch, wann der Dialog zwischen Umwelt- und Finanzministern eingerichtet wird, der auf dem vorangegangenen Gipfel im Februar 2025 in Rom vereinbart wurde. Jan Peter Schemmel, Direktor Europa bei Campaign for Nature, betonte: „Ein solcher Dialog ist von entscheidender Bedeutung, um Fortschritte bei Subventionsreformen, der Mobilisierung von Ressourcen und der Einbeziehung der biologischen Vielfalt in die Finanzpolitik zu erreichen.“
Campaign for Nature fordert alle Vertragsparteien auf, den Beschlüssen des Weltnaturgipfels konkrete politische Maßnahmen folgen zu lassen. Insbesondere solle die Umsetzung des 30×30 Ziels beschleunigt werden. Weitere Schwerpunkte seien die Schließung der Finanzierungslücke für den Erhalt der biologischen Vielfalt und die Aufstockung der Mittel für das 30×30 Ziel. Schemmel illustriert: „Wenn wir in den reichen Ländern der Welt jährlich zehnmal mehr für Kaugummis ausgeben als wir für die Unterstützung ärmerer Staaten für die Umsetzung des 30×30 Ziels ausgeben müssten, kann man nicht glaubwürdig behaupten, es sei kein Geld da.“
Eine neue Koalition von Staaten unter Führung von Finnland und Kolumbien wird den Abbau biodiversitätsschädlicher Subventionen vorantreiben. Schemmel hält fest: „In Summe hat der Weltnaturgipfel ein starkes Signal ausgesendet, dass Multilateralismus nach wie vor funktionieren kann.“
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Quelle: ots-Pressemitteilung. Originalmeldung auf presseportal.de

