Staatlich unterstützte Hackergruppen aus Russland, Iran, Nordkorea und China intensivieren ihre Aktivitäten und passen ihre Strategien an globale Konflikte und politische Entwicklungen an. Der aktuelle APT Activity Report von ESET zeigt, dass Cyberkriminelle zunehmend künstliche Intelligenz für ihre Kampagnen nutzen. Besonders im Fokus stehen Regierungen, Rüstungsunternehmen, kritische Infrastrukturen, Technologieanbieter und Einrichtungen in geopolitischen Krisenregionen.
Künstliche Intelligenz und Cyberangriffe
Eine zentrale Beobachtung der ESET-Experten ist der verstärkte Einsatz von KI-Werkzeugen durch Angreifer. Diese werden genutzt, um Schadcode zu entwickeln, überzeugende Phishing-Kampagnen zu erstellen oder gefälschte Webseiten zu generieren. „KI macht einzelne Angriffe effizienter und senkt teilweise die Einstiegshürden für Kriminelle“, erklärt Jean-Ian Boutin, Director of Threat Research bei ESET. Dennoch bleibt die erwartete Revolution im Cybercrime bislang aus, da „den entscheidenden Unterschied weiterhin die Menschen hinter den Kampagnen machen“.
Russlandnahe Cyberangriffe richten sich erneut vor allem gegen die Ukraine und andere europäische Länder. Dabei arbeiten russische und belarussische Hackergruppen zunehmend enger zusammen. Belarussische Gruppen übernehmen häufig eine unterstützende Rolle und verstärken die Cyberoperationen Russlands. Gleichzeitig treten belarussische Akteure selbstbewusster auf und intensivieren ihre Angriffe.
Geopolitische Konflikte und Cyberoperationen
Im Nahen Osten haben mehrere irannahe Hackergruppen ihre Cyberaktivitäten wieder intensiviert, wobei Organisationen in Israel im Fokus stehen. Auch Unternehmen in den USA waren vereinzelt betroffen. Die Gruppe FilthyFeline hat ihre Aktivitäten auf einen Anbieter mobiler Datendienste in Usbekistan ausgeweitet, während die Hamas-nahe Hackergruppe Arid Viper Einrichtungen der Palästinensischen Autonomiebehörde angegriffen hat.
Nordkoreanahe Hackergruppen bleiben ihren bisherigen Angriffsmustern treu und nehmen weiterhin Technologieunternehmen, Kryptofirmen und Softwareentwickler ins Visier. Gleichzeitig rückt die Ukraine zunehmend in ihren Fokus, was Beobachter als Folge der engeren Beziehungen zwischen Moskau und Pjöngjang sehen.
Chinesische Hacker setzen ihre Spionagekampagnen fort, wobei Informationen zu strategischen Zukunftsbranchen wie der Halbleiterindustrie besonders gefragt sind. Für europäische Staaten und Unternehmen bedeutet dies, dass sie sich auf eine weiterhin angespannte Bedrohungslage einstellen müssen. „Die digitale Front verläuft heute durch Behörden, Unternehmen und kritische Infrastrukturen“, schließt Boutin ab.
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Titelbild: Symbolbild, KI-generiert.
Quelle: ots-Pressemitteilung. Originalmeldung auf presseportal.de

