Die Europäische Zentralbank (EZB) hat beschlossen, den Leitzins im Euroraum unverändert bei 2,5 Prozent zu belassen. Diese Entscheidung dürfte für Immobilienkäuferinnen und -käufer zunächst keine wesentlichen Änderungen bei den Finanzierungskonditionen mit sich bringen. Die Bauzinsen orientieren sich stärker an den langfristigen Kapitalmarktzinsen als am EZB-Leitzins. Daher können erwartete geldpolitische Schritte bereits vor einer EZB-Entscheidung in den Konditionen eingepreist sein.
Stabile Bauzinsen erwartet
Zuletzt lagen die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen bei rund 4,4 Prozent. Das aktuelle Interhyp-Bankenpanel erwartet für die kurzfristige Entwicklung überwiegend eine Seitwärtsbewegung. 80 Prozent der befragten Institute rechnen für die kommenden ein bis zwei Monate mit gleichbleibenden Bauzinsen, während 20 Prozent mit fallenden Konditionen rechnen. Ein kurzfristiger Anstieg wird derzeit von keinem der Panel-Teilnehmer erwartet.
Ein Teilnehmer des Bankenpanels weist darauf hin, dass die Finanzmärkte mögliche weitere Schritte der Notenbanken bereits weit vorweggenommen haben. Mehrere mögliche EZB-Zinserhöhungen seien bereits eingepreist.
Langfristige Perspektiven entscheidend
Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp Gruppe, betont: „Die heutige Zinspause der EZB dürfte für sich genommen wenig Bewegung bei den Bauzinsen auslösen. Die Kapitalmärkte haben mögliche weitere Zinsschritte bereits zu einem guten Teil vorweggenommen. Für Immobilienkäuferinnen und -käufer ist deshalb weniger eine einzelne EZB-Entscheidung entscheidend als die weitere Entwicklung der langfristigen Kapitalmarktzinsen.“
Utecht rät: „Wer eine passende Immobilie gefunden hat, sollte deshalb nicht auf den perfekten Zinszeitpunkt warten. Viel wichtiger ist die Frage, ob die Immobilie und die Finanzierung langfristig zum eigenen Budget passen. Gerade auf dem derzeit erhöhten Zinsniveau lohnt es sich, verschiedene Angebote und Finanzierungsmodelle genau zu vergleichen.“
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