EU-Parlament verschiebt Methan-Regeln: Kritik von Umweltschützern wächst

EU-Parlament verschiebt Methan-Verordnung

Das Europäische Parlament hat für eine dreijährige Verschiebung der neuen Gleichwertigkeitsvorschriften für Öl- und Gasimporte in der Methan-Verordnung gestimmt. Diese Vorschriften sollen vergleichbare Standards für das Monitoring, Reporting und die Verifizierung von Methanemissionen an Produktionsstätten schaffen. Unerwartet soll auch die Einführung der messbasierten Methan-Berichterstattung für Betreiber innerhalb der EU verschoben werden.

Kritik der Deutschen Umwelthilfe

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die Entscheidung des Europäischen Parlaments scharf. Laut DUH könnten durch diese Gesetzesänderung mögliche Klimafolgen entstehen. Kommende Woche werden die Energieministerinnen und Energieminister der EU-Mitgliedsstaaten über die Vorschläge von EU-Kommission und EU-Rat entscheiden.

Stellungnahme von Sascha Müller-Kraenner

Allein dass das Europäische Parlament die neuen Regeln für die Importeure von Öl und Gas um drei Jahre verschieben will, ist schon ein ungeheuerliches Geschenk an die fossile Lobby. Aber dass es nun auch noch plant, die Pflichten von Öl- und Gasbetreibern in der Europäischen Union aufzuschieben, ist der Gipfel der Dreistigkeit. Damit ist die Fraktion der Europäischen Volkspartei weit über den Vorschlag der Europäischen Kommission hinausgegangen und hat die Maximalforderung der Gaslobby mit Hilfe der rechtsextremen Fraktionen als Parlamentsposition durchgesetzt. Dieser Schritt lässt sich auch durch die Versorgungssicherheit nicht mehr begründen, die Lobbyverbände seit Monaten als Scheinargument anbringen. Die Abgeordneten belohnen damit die Industrie, die sich seit Monaten gegen die Reduktion des Klimakiller-Gases Methan sperrt und unerlässlich gegen die Methanverordnung Stimmung gemacht hat – zu Lasten von Klima und Energiesicherheit. Die EU-Methanverordnung ist eine minimalinvasive Möglichkeit, Methanemissionen massiv zu reduzieren, die wir in Europa durch unseren Energiehunger verursachen. Wer an diesem Gesetz sägt, stellt sich gegen Klimaschutz und gegen eine einfache Möglichkeit, global ganz ohne zusätzliche Bohrungen 200 Milliarden Kubikmeter mehr Erdgas zur Verfügung zu stellen. Wir appellieren an die Bundesregierung, sich nächste Woche in Brüssel gegen die dreijährige Verschiebung der Importpflichten und der Regeln für Infrastruktur in der Europäischen Union zu stellen.“

Kontaktinformationen

  • Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer: 0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de
  • DUH-Newsroom: 030 2400867-20, presse@duh.de
  • Website: www.duh.de

Titelbild: Symbolbild, KI-generiert.

Quelle: ots-Pressemitteilung. Originalmeldung auf presseportal.de

More from author

Ähnliche Beiträge

Latest posts

Deutsche Meisterschaften im Bauhandwerk: Talente und Herausforderungen in Sigmaringen

75. Deutsche Meisterschaften im Bauhandwerk in Sigmaringen Vom 8. bis 9. November 2026 finden in Sigmaringen die 75. Deutschen Meisterschaften im Bauhandwerk statt. Veranstaltet werden...

Körber und Microsoft: KI-Plattform verbessert Pharmaproduktion und Effizienz

Körber hat seine KI-Plattform K.AI für die Pharmaproduktion auf Basis von Microsoft Azure erweitert.

Hotelsuche im Wandel: ChatGPT schwächt die Dominanz von Booking.com und Co.

Buchungsportale dominieren seit Jahren die Hotelsuche bei Google. Doch mit dem Aufstieg KI-gestützter Suchsysteme verschieben sich die Kräfteverhältnisse.