Proxima Fusion und das japanische Unternehmen Fujikura haben eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei der Produktion von Hochtemperatur-Supraleiter-Band (HTS-Band) in Deutschland unterzeichnet. Diese Vereinbarung wurde in Tokio im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz und der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi geschlossen. Der geplante Standort für die Produktionsanlage ist Niedersachsen. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, die industrielle Wertschöpfungskette in Deutschland zu stärken und eine zentrale Lücke in Europas Fusionslieferkette zu schließen.
Internationale Kooperation für Fusionsenergie
Proxima Fusion, ein führendes Stellarator-Fusionsunternehmen in Europa, plant, internationales Produktions-Know-how und Investitionen für die Fusionsenergie nach Deutschland zu bringen. Gemeinsam mit Fujikura, einem weltweit führenden Hersteller von Hochtemperatur-Supraleitern, soll eine großindustrielle Produktion von HTS-Band aufgebaut werden. HTS-Band ist ein Schlüsselmaterial für kompakte, leistungsstarke Magnete, die in Stellarator-Fusionsanlagen benötigt werden. Proxima Fusion benötigt nach aktueller Planung rund 20.000 Kilometer HTS-Band für seinen Fusionsdemonstrator Alpha und weitere 40.000 Kilometer für das geplante Fusionskraftwerk Stellaris.
Dr. Francesco Sciortino, Mitgründer und CEO von Proxima Fusion, betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Deutschland und Europa haben sich klar dafür entschieden, bei der Fusion eine führende Rolle einzunehmen. Aber Europas Ambitionen in der Fusionsenergie hängen von industriellen Fähigkeiten ab, die wir heute aufbauen müssen. Dazu gehört die Lieferkette, die für ein Fusionskraftwerk bereits Jahre vor dem Kraftwerk selbst stehen muss.“
Potenzial für weitere Branchen
Die geplante Produktion von HTS-Band in Niedersachsen könnte nicht nur die europäische Versorgungssicherheit stärken, sondern auch wirtschaftliche Wertschöpfung und Fertigungswissen in der Region fördern. Hochtemperatur-Supraleiter finden nicht nur in der Fusionsenergie Anwendung, sondern auch in leistungsfähigen Stromnetzen, der medizinischen Bildgebung und Therapie sowie in fortschrittlichen Antriebssystemen. Naoki Okada, President und CEO von Fujikura Ltd., erklärt: „Für den Einsatz von Fusionsenergie wird eine industrielle Basis benötigt, die leistungsfähiges HTS-Band zuverlässig und in großen Mengen bereitstellen kann.“
Fujikura, gegründet im Jahr 1885, ist ein weltweit tätiges Technologieunternehmen mit mehr als 100 Tochterunternehmen. Das Unternehmen hat frühzeitig in Technologien investiert, bevor diese zum Industriestandard wurden, und betrachtet Hochtemperatur-Supraleiter als eine Technologie, die die Art der Energieerzeugung und -verteilung künftig prägen wird.
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